Tagliatelle – Die breitere Tante von Taglierini und Tagliolini

Die Tagliatelle ist sicherlich eine der bekannteren Pastasorten auf dem Markt und gehört zu den Bandnudeln. Wer jedoch meint, es gäbe die beliebte Nudel in nur einer Variante, der irrt. Denn es gibt die Tagliatelle in verschiedenen Breiten. Tagliatelle wird gewöhnlich frisch zubereitet. Und tatsächlich ist sie in Italien die beliebteste Nudel zu Hackfleischsauce.

Wir haben uns die Tagliatelle für Sie etwas genauer angesehen und einige leckere Rezepte für Sie zusammengestellt.

Was ist Tagliatelle und wie sieht sie aus?

Tagliatelle sind eine Art Bandnudeln aus der italienischen Region Emilia-Romagna.

Tagliatelle sind eine Art Bandnudeln aus der italienischen Region Emilia-Romagna.

Tagliatelle sind lange italienische Nudeln mit einer Breite von etwa fünf bis zehn Millimetern. Sie sind dabei etwas breiter als Fettuccine, aber schmaler als die deutsche Bandnudel. In italienischen Restaurants wird die Pasta für Gerichte meist frisch zubereitet und nicht getrocknet verwendet. Dies verleiht der Tagliatelle eine raue und poröse Oberfläche, welche Sauce besonders gut aufnimmt. Schmalere Tagliatelle werden Taglierini genannt und die schmalste Variante ist die zarte Tagliolini.

Wo kommt die Tagliatelle her?

Wie mittlerweile erwiesen ist, stammt die Pasta ursprünglich aus China. Dort wurde sie bereits im 3. Jahrhundert vor Christus als Beilage zur Suppe verzehrt. Bekannt wurde dies durch eine Ode an die Nudel, die der chinesische Dichter Shu Xi im 3. Jahrhundert nach Christus verfasste.

Erste Spuren der Nudel in Italien gab es im 9. Jahrhundert nach Christus. Die Pasta hielt hier wohl aus dem arabischen Raum Einzug und verbreitete sich dann von Sizilien aus über ganz Italien.

Die Tagliatelle selbst stammt aus der Region Emilia-Romagna in Italien. Hier wird sie in Gerichten hauptsächlich mit Ragù serviert. Die Region Emilia-Romagna liegt im Norden Italiens und so ist es nicht verwunderlich, dass Tagliatelle traditionellerweise in Gerichten mit reichhaltigeren Saucen gereicht werden. Cremige Saucen mit Wild, Kaninchen oder Schweinefleisch sind beliebt, aber auch jede Variante von Carbonara mit Ei.

Wie wird Tagliatelle hergestellt?

Jede italienische Nudel, ob Tagliatelle, Farfalle, Penne oder Cannelloni wird aus Hartweizengrieß und Wasser hergestellt. Wenn der Teig optimal vermischt ist, wird er durch Matrizen gepresst, die verschiedene Formen haben. Die Matrize kann aus Teflon oder Bronze bestehen. Tagliatelle kommen danach auf Bügel und werden bei 60 bis 70 Grad Celsius getrocknet.

Tagliatelle selber machen

Tagliatelle stammen aus der Region Emilia-Romagna in Italien.

Tagliatelle stammen aus der Region Emilia-Romagna in Italien.

Die Bandnudeln selbst herzustellen ist nicht schwierig, wenn man die richtigen Zutaten wählt. Am besten eignet sich ein italienisches Hartweizenmehl vom Typ 00. Dieses ist fein und besitzt einen hohen Gehalt an Gluten, dem Klebereiweiß, welches dafür sorgt, das der Teig nicht auseinanderfällt. Man kann auch Mehle unterschiedlicher Kategorien mischen, wenn man beispielsweise Vollkorntagliatelle herstellen möchte.

Verwendet man normales Weizenmehl (Type 405 oder 550), ist es ratsam, dieses zu sieben und mit einem Esslöffel Olivenöl zu vermischen, damit der Teig geschmeidig wird.

Mit Hartweizengrieß hergestellte Tagliatelle brechen in trockenem Zustand nicht so leicht und kochen einfacher bissfest.

Grundrezept für Tagliatelle ohne Ei

Mit diesem Rezept können Sie Tagliatelle für Ihre Gerichte ganz einfach selbst herstellen.

Zutaten

  • 200 g Mehl (Typ 405)
  • 200 g Hartweizengrieß
  • 1 Prise Salz
  • 200 ml kaltes Wasser

Zubereitung

  1. Vermischen Sie die trockenen Zutaten in einer Schüssel und geben Sie dann ein wenig Wasser hinzu und kneten Sie den Teig. Wenn der Teig nach fünf Minuten kneten immer noch eine bröselige Konsistenz aufweist, können Sie noch weiteres Wasser zugeben. Insgesamt sollte der Nudelteig nicht länger als zehn Minuten geknetet werden, da sich sonst das Klebereiweiß (die Stärke) zu sehr verbindet und die Masse zäh und klebrig wird. Fertig ist der Teig, wenn er innerhalb von Sekunden wieder in seine ursprüngliche Form springt, wenn man ihn mit dem Finger eindrückt.
  2. Wickeln Sie den Teig für die Bandnudeln in ein feuchtes Geschirrtuch und lassen Sie ihn 30 Minuten ruhen. Unverarbeiteter Nudelteig kann für zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  3. Nehmen Sie Portion für Portion Teig ab und walzen Sie ihn in mehreren Durchgängen mit dem Nudelholz oder einer Nudelmaschine zu immer flacheren Teigstücken. Wer mit der Küchenmaschine arbeitet, kann dann den Tagliatelle-Aufsatz verwenden.
  4. Formen Sie die fertigen Tagliatelle zu kleinen Nestern oder hängen Sie sie auf Bügeln zum Trocknen auf.
  5. Wenn Sie die Pasta aufbewahren möchten, sollten Sie sie mindestens ein bis zwei Tage trocknen lassen. Besser ist es, etwa eine Woche zu warten und die Tagliatelle dann in einem luftdichten Behälter aufzubewahren. Sie sollten in den nächsten 12 Monaten verwendet werden.

  6. Klassische Gerichte mit Tagliatelle

    Interessanterweise ist die Original-Nudel, die in Italien mit “Ragù”, also Bolognese-Sauce, serviert wird, nicht die Spaghetti, sondern die Tagliatelle. Tagliatelle alla Bolognese ist also ein traditionelles Rezept für diese Nudelvariante. Wie alle anderen langen Nudelformen eignen sich Bandnudeln hauptsächlich für Rezepte mit cremigen Saucen, da solch sämige Saucen besser an den langen Nudeln anhaften.

    Pasta-Saucen mit stückiger Konsistenz haben bei der Verwendung mit langen Nudeln die Tendenz, sich am Tellerboden zu sammeln und sind daher besser mit kurzen Nudelsorten zu genießen.

    Rezept für Tagliatelle alla Bolognese zum Nachkochen

    Die leckere Bolognese-Sauce wird ursprünglich eher zu Tagliatelle als zu Spaghetti serviert.

    Die leckere Bolognese-Sauce wird ursprünglich eher zu Tagliatelle als zu Spaghetti serviert.

    Wer an Bolognese-Sauce denkt, der überlegt wohl zunächst, Spaghetti dazu zu kochen. Mindestens ebenso köstlich, wenn nicht sogar noch mehr, ist die Sauce mit den breiten Tagliatelle, mit denen die tolle Soße in Italien klassisch serviert wird.

    Zutaten

    • 600 g Fleisch vom Rind
    • 1 Zwiebel
    • 2 Zehen Knoblauch
    • 1 Bund Suppengemüse
    • 200 ml Rotwein
    • 1 EL Tomatenmark
    • 1 EL Mehl
    • 1 Liter Rinderbrühe
    • 500 g Tagliatelle
    • 100 g geriebener Käse (Parmesan)
    • 1-2 EL Balsamicoessig
    • 1 EL Butterschmalz
    • Salz, Pfeffer

    Zubereitungszeit: etwa eine Stunde
    4 Portionen
    945 kcal pro Portion

    Zubereitung

    1. Zuerst das Fleisch mit Wasser abspülen und abtupfen. Dann das Fleisch in etwa einen Zentimeter große Würfel schneiden. Schälen Sie Knoblauch und Zwiebel und schneiden Sie beides fein.
    2. Geben Sie das Butterschmalz in eine Pfanne und erhitzen Sie es. Braten Sie das Fleisch darin an und geben Sie dann Knoblauch und Zwiebel zu. Braten Sie die Mischung in der Pfanne rund fünf Minuten lang. Würzen Sie die Mischung dann mit Salz und Pfeffer.
    3. Fügen Sie nun Tomatenmark und Mehl zur Mischung in der Pfanne hinzu. Mit dem Rotwein oder der Gemüsebrühe ablöschen.
    4. Lassen Sie alles zwei Minuten lang köcheln und geben Sie dann den einen Liter Rinderbrühe hinzu.
    5. Lassen Sie das Ragú etwa 40 Minuten lang bei mittlerer Hitze köcheln.
    6. Jetzt werden die Nudeln gemäß den Angaben auf der Verpackung im Kochwasser al dente gekocht.
    7. Schmecken Sie die Sauce mit Balsamico-Essig ab.
    8. Jetzt nur noch die Nudeln auf vorgewärmten Tellern platzieren, die Sauce darübergeben und mit dem Käse nach Lust und Laune garnieren.

    Lassen Sie es sich schmecken!

    Tagliatelle al Pomodoro mit Basilikum und Tomaten

    Tagliatelle al Pomodoro mit Basilikum und Tomaten: ein sehr leichtes Gericht.

    Tagliatelle al Pomodoro mit Basilikum und Tomaten: ein sehr leichtes Gericht.

    Ein locker leichtes Frühlings- und Sommergericht in bunten Farben mit frischen Tomaten und Basilikum.

    Zutaten

    • 400 g Tomaten (stückig)
    • 2 Knoblauchzehen
    • 220 g Tagliatelle
    • ½ Bund Basilikum
    • 1 EL Tomatenmark
    • 2 EL Parmesan
    • Salz (Meersalz), Pfeffer, Zucker
    • Öl

    Für 4 Personen
    Zubereitungszeit: 20 Minuten

    Zubereitung

    1. Schälen Sie den Knoblauch und schneiden Sie ihn in sehr kleine Würfel. Geben Sie das Öl in einen Topf und dünsten Sie den Knoblauch darin glasig an. Geben Sie das Tomatenmark zu, verrühren Sie alles, lassen Sie die Mischung köcheln und löschen Sie dann die Soße ab.
    2. Würzen Sie alles mit Salz, Pfeffer und Zucker und lassen Sie alles weiter köcheln.
    3. Geben Sie Salzwasser in einen ausreichend bemessenen Topf und kochen Sie die Tagliatelle im Kochwasser al dente.
    4. Putzen Sie das Basilikum, schütteln Sie es trocken und tupfen Sie es ab.
    5. Schmecken Sie die Soße nach dem Kochen noch einmal ab, würzen Sie bei Bedarf nach und rühren Sie das Basilikum unter.
    6. Gießen Sie die Tagliatelle ab und vermischen Sie sie mit der Sauce.
    7. Jetzt nur noch auf vorgewärmte Teller geben und mit Parmesan bestreut servieren.
    8. Guten Appetit!

      Womit lassen sich Tagliatelle gut kombinieren?

      Frisch zubereitete Tagliatelle haben eine raue und poröse Konsistenz.

      Frisch zubereitete Tagliatelle haben eine raue und poröse Konsistenz.

      In Deutschland werden die Bandnudeln gerne als Hauptgericht mit einer Vielzahl an Saucen serviert. Sehr beliebt sind zum Beispiel feine Soßen mit Lachs und Spinat oder klassisch mit Eigelb oder Butter.

      In Italien wird die Pasta klassisch als Vorspeise gereicht, bevor man zu Fisch oder Fleisch übergeht. Tagliatelle eignen sich zur Kombination mit allen Saucen, im Besonderen die, bei denen keine größeren Stücke vorhanden sind, die an kurzen Nudeln besseren Halt finden. Leckere Pastagerichte lassen sich mit unendlichen Variationen von Saucen kreieren. Hier können Sie Ihrer Fantasie in der Küche freien Lauf lassen und mehr als eine Sorte nach Art des Hauses kreieren und auf den Tisch bringen.

      Ganz gleich ob klassisch mit Tomaten, mit Spinat, Lachs, in Streifen geschnittenem Fleisch, mit Ei/Eigelb, Pilzen, Kräutern, Milch oder Sahne oder auch einfach nur mit Butter, es gibt unzählige Möglichkeiten, die leckeren Tagliatelle zu kombinieren. Probieren Sie doch am besten gleich einige unserer Rezepte zu Hause in Ihrer Küche aus.

      Worauf sollte ich beim Kauf von Tagliatelle achten?

      Wie auch bei anderen Nudelsorten sollten auch Tagliatelle keine hellen Stellen aufweisen. Pasta aus kontrolliert ökologischem Anbau wird empfohlen, um eine mögliche Belastung durch Mineralölrückstände zu minimieren. Im Normalfall können die Nudeln der bekannten italienischen Hersteller ohne Weiteres verwendet werden. Sie besitzen in der Regel einen guten Geschmack und es gibt kaum Unterschiede in der Qualität.

      Durch welche Pastasorten kann Tagliatelle ersetzt werden?

      Tagliatelle können durch alle anderen langen Nudeln ähnlicher Kategorie ersetzt werden. Eine Alternative sind zum Beispiel Linguine, Maccaroni, Spaghetti oder Fettuccine. Auch Bucatini eignen sich als Ersatz. Besonders viel Sauce nehmen Tagliatelle auf, die den Beisatz “rigate” tragen. Diese sind wie Penne rigate eingekerbt. Mafaldine sind eine Nudelspezialität, deren Ränder gekräuselt sind, quasi Tagliatelle mit gekräuseltem Rand. Diese Nudeln nehmen Saucen noch besser an.