Pappardelle – Hier macht sich die Pasta extrabreit

Lange haben die Italiener diese Pastaspezialität für sich behalten. Spaghetti, Makkaroni und auch Lasagneblätter wurden gern und großzügig exportiert, doch die Pappardelle blieb den wahren Kennern vorbehalten. Doch damit ist inzwischen Schluss.

Die üblicherweise mindestens einen Zentimeter breiten Pappardelle stammen aus der Toskana.

Die üblicherweise mindestens einen Zentimeter breiten Pappardelle stammen aus der Toskana.

Diese flachen Nudeln, die man vielleicht am besten als extrabreite Bandnudel beschreiben kann, werden heutzutage überall in der westlichen Welt sowohl in Restaurants als auch in Privathaushalten begeistert zubereitet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie eine perfekte Verbindung mit reichhaltigen Fleischsoßen eingehen. Pappardelle eignen sich deshalb bestens für sättigende Hauptgerichte. Sie sind mindestens einen, meist 1,5 Zentimeter breit, rund einen Millimeter hoch und etwa 20 Zentimeter lang.

Worauf sollte man beim Kauf von Pappardelle achten?

Echte Pappardelle sind vielleicht noch nicht in jedem Supermarkt erhältlich, ganz gewiss aber bekommt man sie in Feinkostgeschäften und bei italienischen Lebensmittelhändlern. Sie werden aus Hartweizengrieß und Wasser hergestellt und dann an der Luft getrocknet. Häufig werden sie als Nudelnester angeboten, dafür werden sie zu kleinen Spiralen aufgedreht. Ob als flache, lange Nudel oder als Nudelnest – beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Pappardelle intakt, also nicht gebrochen sind. Sie lassen sich dann nicht mehr so schön anrichten.

Wie wird Pappardelle verwendet

Die ursprüngliche Heimat der Pappardelle ist die Toskana, die man allgemein noch zu Norditalien zählt. Im Norden wird gern kräftig gegessen und man liebt Fleisch. Eine der Spezialitäten, die man vor allem in der Gegend um Grosseto herum auf vielen Speisekarten findet, ist deshalb „Pappardelle con sugo di cinghiale“, zu Deutsch „Bandnudeln mit Ragout vom Wildschwein“. Dafür wird in der Toskana traditionell Wildschweinhack verwendet. Dieses Gericht wird wahrscheinlich in anderen Ländern im Alltag daheim nicht unbedingt nachgekocht, zeigt aber, wie gut Pappardelle sich mit dicken Fleischsoßen verbinden.

Man täte dieser Pasta allerdings Unrecht, wenn man sie ausschließlich als Begleiter zu Fleisch festlegen würde. Sie macht sich ebenso gut zu Fisch und zu Meeresfrüchten, die mit einer intensiv abgeschmeckten Soße serviert werden. Auch vegetarische Soßen können unbedenklich mit Pappardelle kombiniert werden. Dank ihrer Breite haben diese Nudeln einen wunderbaren Biss und nehmen Soße sehr gut auf.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp

Falls man keine Pappardelle im Lade bekommt, kann man sie natürlich auch selbst machen. Für zwei Personen als Hauptgericht werden dafür 400 Gramm Hartweizenmehl (Semola di grano duro) mit etwas Salz und 200 Gramm Wasser vermischt. Wer mag, kann auch ein Ei dazugeben, muss dann aber das Wasser entsprechend reduzieren. Alles sorgfältig zu einer Kugel kneten. Die kommt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank und wird anschließend zu einem Viereck ausgerollt. Das große Teigblatt, das dabei herauskommt, klappt man einige Male übereinander und schneidet es dann in etwa anderthalb Zentimeter breite Streifen. Die müssen ganz flott entrollt und getrocknet werden. Dafür kann man sie zum Beispiel ganz einfach über einen Kleiderbügel hängen.