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VAPIANO weiterhin auf extremem Expansionskurs

Ein wenig mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die italienische Fast-Casual-Restaurantkette VAPIANO ihren Einstand an der Frankfurter Börse feierte. Und seitdem wird fleißig weiter expandiert. Sind es derzeit noch über 210 VAPIANO-Restaurants in 33 Ländern auf fünf Kontinenten, so sollen es bis 2020 mindestens 330 werden.

Bis 2020 möchte Vapiano mindestens 330 Restaurants weltweit betreiben.

So sind allein in Deutschland in den nächsten zwei Jahren 41 neue Filialen geplant. Einige davon, wie etwa in Ulm, Konstanz und Heidelberg entstehen an neuen Standorten, andere wie zum Beispiel in Berlin, Frankfurt und München verstärken das bisherige VAPIANO-Angebot. Europaweit soll der Fokus vor allem auf Frankreich liegen.

VAPIANO betreibt seine europäischen Restaurants vorwiegend selbst oder in Kooperation mit lokalen Partnern. Außerhalb Europas, wie zum Beispiel in Brasilien oder im Mittleren Osten, setzt man auf ein Franchise-Konzept.

Restaurants sollen weiter digitalisiert werden

In den Restaurants vor Ort will man vermehrt auf Digitalisierung setzen. So sind an vierzehn Standorten der Fast-Casual-Kette bereits digitale Bestellterminals zu finden, an denen Familien oder Gruppen per Klick auf den Bildschirm gemeinsam ihre Gerichte bestellen können. Kann die Bestellung komplett am Tresen abgeholt werden, leuchtet ein vom Terminal ausgegebener Buzzer.

Eine Maßnahme, mit der man auf Kritik von Gästen reagiert, die sich beklagt hatten, dass es durch das Anstellen an verschiedenen Stationen und die unterschiedlichen Wartezeiten bei VAPIANO nur schwer möglich sei, gemeinsam zu essen.

Die Terminals sollen nach und nach auch in anderen Filialen Einlass finden und lohnen sich für VAPIANO auch finanziell. Denn dort wird im Schnitt 13 Prozent mehr bestellt, als sonst pro Besuch und Kunde. Außerdem soll künftig auch die Bestellung per App möglich sein.

Ausgebautes Liefer- und Abholangebot

Neben den Erlösen aus den Restaurants vor Ort erhofft man sich bei VAPIANO steigende Umsätze durch das ausgebaute Liefer- und Abholangebot. Man arbeitet hier mit Lieferdiensten wie Deliveroo, Lieferando und Foodoro zusammen. Zudem sollen spezielle Aktionen das Angebot attraktiver machen. So wurde zur Fußball-WM beispielsweise eine spezielle Deutschlandpizza in Schwarz-Rot-Gold kreiert.

Der Aktienkurs wird durch den extremen Expansionskurs gebremst

Der Aktienkurs wird durch die ehrgeizige Expansionsstrategie von VAPIANO-Chef Jochen Halfmann, der zuvor lange Zeit für Douglas tätig war, jedoch aktuell noch gebremst. Anders als im operativen Geschäft, ist hier noch keine positive Performance zu vermelden.

Die Aktie, die am 27. Juni 2017 bei Erstnotiz einen Ausgabepreis von 23 Euro besaß, wird aktuell rund zwei Euro unter dem damaligen Wert gehandelt. Im Jahresverlauf pendelte der im Prime Standard notierte Anteilsschein zwischen 20 Euro im Tief und 25 Euro im Hoch. Auch die Firmenbewertung ist von damals 550 Millionen Euro auf nur noch knapp eine halbe Milliarde Euro gesunken.

Nichtsdestotrotz sehen Analysten der weiteren Entwicklung VAPIANOS positiv entgegen. Und auch Jochen Halfmann äußerte sich optimistisch: Er will spätestens 2020 schwarze Zahlen schreiben.