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Nach Fipronil: Heimische Nudeln verkaufen sich besser

Wie die Besitzer des Familienbetriebs „Altmühltaler Teigwaren“ berichten, konnten sie in diesem Sommer eine höhere Nachfrage verzeichnen als sonst während der Ferienzeit. Verantwortlich dafür ist wohl die Verunsicherung der Verbraucher durch den seit Juli allgegenwärtigen Fipronil-Skandal.

Mindestens zehn Millionen Eier aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich enthielten deutliche Rückstände des Insektizids Fipronil. Sie wurden Anfang August nach Deutschland geliefert.

Das Unternehmen aus Lohen setzt bei seinen regionalen Teigwaren auf Transparenz und verwendet anders als viele andere eierverarbeitende Betriebe kein Flüssigei, sondern kauft Eier von fünf bis sechs Bauern aus der Region, die mithilfe einer Maschine im Betrieb noch selbst aufgeschlagen werden. 135.000 Eier pro Stunde sind so möglich. Verwendet werden hierfür nur Eier der Güteklasse A, also solche die sauber, komplett unbeschädigt und frisch sind. Es sind die kleinen Eier in der Größe S, die im Einzelhandel kaum verkauft werden können und so einen guten Verwendungszweck finden. Ein Vorgehen, das zwar teurer ist, aber auch die Nachverfolgung der verwendeten Eier ermöglicht. Man kennt die Landwirte, mit denen man zusammenarbeitet und steht ständig mit diesen in Kontakt.

Unternehmen, wie die Altmühltaler Teigwaren, stehen zwischen den Landwirten und den Handelsketten, die ihnen die Ware abnehmen. Sie müssen dem Einzelhandel regelmäßig bestätigen, dass ihre Produkte unbelastet sind und lassen sich dies andererseits auch wieder von den Lieferanten bescheinigen. Zusätzliche Sicherheit geben Laboruntersuchungen, deren Ergebnisse dann auch wieder an die Landwirte weitergegeben werden. Neben dem Umsatzhoch bei den regionalen Teigwaren gab es – nach Eindruck der Unternehmer – auch im Direktverkauf für die Bauern in diesem Jahr kein Sommerloch. Sonst habe man immer Anrufe bekommen, mit der Bitte zur Ferienzeit überschüssige Eier abzunehmen, in diesem Jahr konnten die Landwirte alle selbst verkaufen.

Übrigens verändert sich auch die Beliebtheit der einzelnen Nudelformen nach Jahreszeit. Werden im Sommer eher Hörnchen verkauft, so greifen die Verbraucher in der kalten Jahreszeit vermehrt zu Suppennudeln und Spätzle.