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Gesund, aber gewöhnungsbedürftig: Pasta aus Insektenmehl

Pasta aus Insektenmehl. Klingt gewöhnungsbedürftig, ist aber gesund und gut für die Umwelt. Das hat auch das Bielefelder Start-up Kokoro erkannt, das künftig Nudeln mit Mehl aus Buffalowürmern produzieren will. Schon im Frühjahr soll es mit der Produktion der Kokoro Noodles losgehen.

„Bereits heute essen 2 Milliarden Menschen regelmäßig Insekten – warum nicht auch du?“, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Rund 2 Milliarden Menschen also knapp ein Drittel der Weltbevölkerung konsumieren regelmäßig Insekten. Und das ganz ohne Ekel, viele der rund 2000 essbaren Insektenarten gelten als Delikatesse. Eine lange Tradition hat die Entomophagie in Asien, Afrika, Latein- und Südamerika. In Europa und Nordamerika herrscht nach wie vor eine gewisse Hemmschwelle vor und die Akzeptanz für den Verzehr von Insekten ist eher überschaubar.

Dabei gelten Insekten in Fachkreisen als Nahrung der Zukunft, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Denn die Tierchen besitzen nicht nur einen höheren Proteingehalt als Fleisch, die Produktion ist auch schonender für Ressourcen und Umwelt, insbesondere für den Klimaschutz.

Vom erfundenen Produkt zur Geschäftsidee

Dass es zum Projekt Kokoro Noodles kam, ist eigentlich mehr einem Zufall zu verdanken. Denn der Erfinder Martin Brozda hatte eigentlich nur ein erfundenes Produkt für seine Bachelor-Arbeit im Bereich Grafik- und Kommunikationsdesign gesucht. Insekten als Nahrungsmittel erschienen ihm da als kontroverses Thema eine gute Idee zu sein.

Seine Idee war es mit „Kokoro“, was im nigerianischen Dialekt Yoruba „Insekt“ und im Japanischen „Herz“ bedeutet, ein Produkt zu schaffen, bei dem unterstützt durch eine edle Verpackung und einen appetitlichen Namen, nicht mehr direkt erkennbar ist, dass Insekten darin verarbeitet sind. So wollte er es den Konsumenten leichter machen, die gewöhnungsbedürftige Proteinquelle zu kosten.

Eigentlich hätte es für Brozda bei diesen Überlegungen bleiben sollen, doch seine Freunde überzeugten ihn, die Idee in die Realität umzusetzen und so gründeten die fünf jungen Leute ihr Start-up, das sie derzeit noch in ihrer Freizeit betreiben.

Vom Buffalo-Wurm zur Pasta

Für die Kokoro Noodles wird derzeit Mehl von Buffalo-Würmern verwendet, das aus den Niederlanden bezogen und dann mit Dinkelmehl und einer geheimen Gewürzmischung zu Pasta verarbeitet wird. Ziel ist es, einen ähnlichen Geschmack und eine ähnliche Konsistenz wie bei normaler Pasta zu erreichen, jedoch ohne Weizen und mit wenig Gluten. Langfristig wollen die Jungunternehmer die Würmer selbst züchten und die Pasta kostendeckend produzieren. Zielgruppe könnten Liebhaber exotischer Delikatessen, Menschen, die sich bewusst und nachhaltig ernähren möchten, oder Sportler sein. Die Juroren der Founders Foundation hat Kokoro mit seinem Konzept bereits überzeugt.

Die Idee Pasta aus Insekten herzustellen, ist indes nicht neu. Das Atelier des pâtes bietet bereits seit einigen Jahren Pasta an, die aus Dinkelmehl, Bio-Eiern, Salz, zermahlenen Grillen und Heuschrecken bestehen. Die Radiatore, die ein wenig wie kleine Heizkörper aussehen, sind derzeit in vier unterschiedlichen Varianten verfügbar und sollen besonders gut zu Wild schmecken. Weitere Informationen gibt es auf www.kokoro-noodles.de.