Koriander – Ein Kraut, das geschmacklich einfach nie aus der Mode kommt

Wenn man es ganz modern ausdrücken möchte, dann ist Koriander ein wahrer „global player“. Dieses Gewürz, das sowohl frisch als auch getrocknet, in ganzen Samenkörnern oder gemahlen verwendet werden kann, ist nämlich in vielen Küchen der Welt zuhause; und das seit tausenden von Jahren.

Koriander war nicht nur für die alten Ägypter von großer Bedeutung, sondern hat auch seinen festen Platz in den Küchen vieler Länder.

Koriander war nicht nur für die alten Ägypter von großer Bedeutung, sondern hat auch seinen festen Platz in den Küchen vieler Länder.

Für die alten Ägypter etwa war Koriander so unabdingbar notwendig, dass sie das Kraut sogar ihren Verstorbenen für die Überfahrt ins Reich der Toten mitgaben. Das beweisen Funde in der Grabkammer des Pharaos Tutenchamun. Verbürgt ist auch, dass man im Rom der Antike gern mit Koriander würzte. Apicius, der wohl berühmteste Kochbuchautor jener Zeit, hat Dutzende von entsprechenden Rezepten überliefert. Und heute? Heute ist kochen und essen ohne Koriander in vielen Ländern Asiens undenkbar. Jeder, der schon mal in Thailand, in Kambodscha oder in Vietnam gewesen ist, wird das aus eigener Erfahrung wissen – von China ganz zu schweigen. Dort ist Koriander so populär, dass es den Beinamen „chinesische Petersilie“ trägt. Es könnte übrigens gut sein, dass das nicht nur am intensiven, leicht scharfen Geschmack des Korianders liegt. Das Kraut hat darüber hinaus nämlich auch einiges für die Gesundheit zu bieten. So enthält es unter anderem einen Inhaltsstoff, der nachweislich antibiotische Eigenschaften besitzt und somit entzündungshemmend wirken kann. Koriander, gleich, ob getrocknet oder frisch, wird zudem eine verdauungsfördernde und eine krampflösende Wirkung nachgesagt. Davon profitieren garantiert auch die Inder. Zermörserter Koriander ist nämlich einer der Hauptbestandteile von Currypulver.

Worauf man beim Kauf von Koriander achten sollte

Koriandersamen und gemahlener Koriander stehen heute in jedem einigermaßen gut sortierten Supermarkt zum Verkauf. Marken- und/oder Bioqualität lohnen sich bei Gewürzen immer; Koriander macht da keine Ausnahme. Frischen Koriander gibt es ebenfalls fast überall; er wird in kleinen Töpfen verkauft. Die Blätter sollten möglich zart und grün sein und nicht welk herabhängen. Falls das doch mal der Fall ist, dann daheim schnell gießen und dem Krauttöpfen so wieder auf die Beine helfen.

Wie Koriander in der Küche verwendet wird

Für Liebhaber der asiatischen Küche ist Koriander unverzichtbar. Korianderkraut und Koriandergewürz passen aber auch prima zu heimischen Rezepten. Die zarten Blätter werden vor dem Servieren am Stiel abgespült, trocken geschüttelt und dann gezupft. So kommen sie über feine leichte Suppen, über Salate, über Fisch– und Fleischgerichte. Sie würzen nicht nur, sondern geben den Gerichten auch optisch das gewisse Etwas. Elegante Suppen, wie zum Beispiel Spargelsuppen, sind ideale Partner für frischen Koriander, aber auch Lachs und Geflügelfleisch passen hervorragend. Das Kraut würzt Soßen für asiatische Pastagerichte oder wird über frisches Gemüse aus dem Wok gestreut.

Gemahlener Koriander verfeinert Brotteige und macht sich bestens in kräftigen Fleischgerichten. Auch als Würze in Marinaden für Fisch, Wild oder Rindfleisch schmeckt gemahlener Koriander sehr gut.

Wie Koriander selbst angebaut werden kann

Koriander lässt sich prima im Kräutergarten auf der Fensterbank integrieren. Entweder man topft dafür eine Supermarktpflanze in einen größeren Container um, oder zieht das Kraut sogar selbst. Das funktioniert auch in Kübeln auf der Terrasse oder sogar im Gartenbeet.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp

Sie haben ein Bund Koriander gekauft und nicht alles verbraucht? Dann darf der Rest gern bei sanfter Hitze im Backofen getrocknet werden. Das nimmt dem Koriander die Schärfe und verleiht ihm einen sanften, ins Süße gehenden Geschmack. Desserts werden damit nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch ausgesprochen verfeinert.